Erst 1937 verließ der Jude Pinthus Deutschland in Richtung New York. Doch wer da glaubt, das sei eine Abreise in letzter Not gewesen, der kennt Kurt Pinthus nicht. Denn als ihm in der Neuen Welt langsam klarwurde, dass sein Aufenthalt von langer Dauer sein würde, musste er entsetzt feststellen, dass es ihm massiv an Büchern fehlte, dass er, der große Menschen- und Büchersammler, ohne seine Sammlung in Amerika leben sollte. Das konnte nicht sein, und so kehrte Kurt Pinthus im Dezember unter Lebensgefahr noch einmal nach Berlin zurück. Fünf Monate lebte er dort im Untergrund, sammelte an Büchern, was zu sammeln war, verschiffte alles in einem halsbrecherischen Aktion in Containern verpackt über den Ozean und verließ im Mai ein zweites Mal sein Heimatland mit Zielhafen New York.

Volker Weidermann, Das Buch der verbrannten Bücher

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